Foto: Sandra Vitaljić

ZRINKA CVITEŠIĆ

KROATISCHE SCHAUSPIELERIN, STAR DES LONDONER THEATERS

Ich spüre, dass ich jetzt im Stande bin alles zu vollbringen, dass es kein Projekt gibt, welches ich nicht bewältigen könnte

Sie ist der Star, sowohl der britischen, als auch der kroatischen Bühnen. Zrinka Cvitešić freut sich über ganz gewöhnliche Sachen und das spürt man, wenn man ihr zuhört wenn sie mit viel Leidenschaft über solche Sachen spricht – hoch oben auf ihrer Werteskala befindet sich die Zeit, die sie in ihrem Olivenhain in Donji Humac auf der Insel Brač verbringt und landwirtschaftlich tätig ist. Die Tatsache, dass das Öl, welches sie selbst aus den eigenen Oliven produziert, in den letzten Jahren Fachpreise sammelt, spricht auch dafür, dass der Kauf des Olivenhaines nicht nur eine mondäne Flause einer Schauspielerin war. Wenn sie von London und der Bühne müde ist, kommt sie auf die Insel Brač. Verhältnismäßig oft. Den Beruf den sie gewählt hat liebt sie nach wie vor, wie zu Beginn ihrer Karriere. Aber jetzt, viel reifer und erfahrener, spricht sie als eine Person mit viel Wissen und vielen gespielten Rollen, der es gelungen ist, ihre nahezu kindische Freude zu bewahren, die sie am Anfang ihrer Schauspielkarriere hatte.

Im vorigen Herbst spielte sie auf der Bühne des führenden Theaters in London, des Bridge Theaters, mit der berühmten britischen Schauspielerin Zoë Wanamaker in der Vorstellung „Two Ladies“. Zrinka Cvitešić spielt die erste Dame der USA, die in diesem Fall, ihrer Abstammung nach nicht Slowenin, sondern Kroatin ist. Zoë Wanamaker spielt die Gattin des französischen Präsidenten. Die beiden Damen kommen sich näher während sie auf ihre Gatten warten, die an einem Gipfel zur Weltkrise teilnehmen.

Zrinka Cvitešić eroberte das Londoner West End vor sechs Jahren mit der Vorstellung „Once“. Für die Rolle in diesem Musical bekam sie später, Seite an Seite mit den Weltstars Helen Mirren und Daniel Radcliff den Preis Olivier für die Debütantin des Jahres. Seit damals verzeichnet sie einen Erfolg nach dem anderen.

Wie war es für Sie mit Zoë Wanamaker zu spielen und gleichberechtigt die Bühne mit einer Schauspielerin zu teilen, welche die Doyenne des englischen Theaters ist?

Als ich den Text bekam und als man mir sagte wer die andere Hauptrolle spielt, war mein erster Gedanke: „Vielleicht sollte ich doch nicht, denn… ich kann das nicht!“ Erstens, ich bin eine ausgesprochene Perfektionistin und das ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Am Anfang eines jeden neuen Projektes ist mein erstes Gefühl Unsicherheit, als wäre ich am Anfang meiner Karriere. Zweitens, ich hatte große Angst, denn in meiner Karriere hatte ich keinen derart großen Brocken wie „Two Ladies“: Für diese Vorstellung arbeitete ich mit Nicholas Hytner, einem der fünf führenden Regisseure der Londoner Theater und mit der grandiosen Zoë Wanamaker zusammen, die zu den Besten der englischen Schauspieler gehört und einer Familie entstammt, die der Crème de la Crème der englischen Gesellschaft angehört. Ihr Vater initiierte den Wiederaufbau von Shakespeare’s Globe in London und der Familie gehörte auch Laurence Olivier an. In der Vorstellung war ich die ganze Zeit auf der Bühne, vom Anfang bis zum Ende, genau wie sie. Meine Angst war riesig. Aber während meiner beruflichen Laufbahn, in Kroatien und im Ausland, habe ich festgestellt, dass oft die größten Künstler eigentlich die einfachsten Menschen sind. Sie helfen einem immer am meisten und von ihnen kann man am meisten lernen.

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