Photo: Petar Fabijan

DIE FAMILIE KARLIĆ – TRÜFFELJÄGER

Die ältesten istrischen Trüffeljäger

Die istrische Familie Karlić betreibt seit 60 Jahren die Jagd auf Trüffel und heutzutage jagen mit ihnen in Istrien Gäste aus der ganzen Welt. Die Karlićs haben auch den ersten Eichenjungwald in dieser Region angebaut, um das Gedeihen der schwarzen Trüffel zu fördern

In einem kleinen istrischen Ort Paladini, einem Dorf unweit von Buzet, leben nur 43 Menschen und mit ihnen einige Hundert Hunde. Hier gibt es keine Familie, die sich nicht mit Trüffel beschäftigt. Die berühmtesten Trüffeljäger in diesem Dorf sind die Karlićs. Sie betreiben die Jagd seit 60 Jahren. Mit der Tradition begann Ivan Rašpolić, der Vater von Radmila Karlić. „In den frühen Sechzigern kamen Italiener, die hier nach „stinkenden“ Pilzen suchten und erklärten, dass diese Pilze nach Knoblauch riechen würden. Die Leute hier hatten keine Ahnung wovon sie sprachen. Mein Vater besorgte sich damals den ersten Vorstehhund und ging auf die Jagd.“ Radmila zieht die „Goiserer“ an, um in den Wald zu gehen. Auf die Jagd nimmt sie vier Ausländer mit, ein Paar aus Singapur und ein Paar aus Texas. Sie Alle, wie auch immer mehr Japaner und Koreaner, sowie Neugierige aus Hong Kong, kamen zu den Karlići über Empfehlung.

Es war ein langer Weg, von dem ersten Vorstehhund den ihr Vater für die Jagd auf Trüffel besorgte, bis heute, als die Familie sechs Lagotto Romagnolo Hunde und noch fünf, oder sechs andere gut abgerichtete vierbeinige Jäger besitzt. Die Familie hat aus dieser sporadischen Jagd Radmilas Vaters, bis heute, einen international erkenntlichen Brand geschaffen. Die Karlići suchen, aber sie kaufen auch istrische Trüffel um sie dann weltweit zu verkaufen. „Unsere Pakete werden auf alle Kontinente verschickt. Bis jetzt haben wir nur in Australien noch keine Käufer. 60% der Trüffel verkaufen wir innerhalb Europas; die meisten nach Deutschland, Frankreich und Österreich. Die istrischen Trüffel sind inzwischen bekannt und werden sehr geschätzt. Wir haben viele Käufer in Singapur und in Hong Kong. Dieser Markt wächst rasant. Unsere Trüffel werden in Südostasien für namhafte Restaurants mit Michelin-Sternen gekauft.“, sagt Radmila, während die Hunde, bereit für die Jagd, schon in den Kombiwagen springen.

Die Trüffeljagd ist nicht nur Arbeit. Mit den Trüffeln hat die Familie Karlić auch eine eigene Lebensphilosophie entwickelt und so sagen die Karlićs heute, dass sie keine Angst davor haben, etwas Neues auszuprobieren.

Sie haben als Erste Schwarztrüffel auf einer Plantage angebaut. „Trüffel sind keine Parasiten, sie gedeihen in Symbiose mit den Bäumen. Am häufigsten mit der Eiche, aber sie gedeihen auch in Symbiose mit der Pappel, der Esche, der Hainbuche, der Kiefer, oder dem Haselstrauch, aber die bei der Eiche gefundenen riechen, finde ich, am besten.“

Vor Jahrzehnten noch, waren die Trüffel nicht ein Teil hiesiger Kultur und vor allem Frauen haben sich nicht mit dieser Beschäftigung befasst. „Als mich der Vater zum ersten Mal auf die Trüffeljagd mitgenommen hat, war meine Mutter sehr dagegen. Sie sagte, dass die Trüffeljagd nichts für Frauen sei und dass diese Arbeit eine Männerarbeit wäre. Als mein Mann und ich unsere Anstellungen gekündigt hatten und beschlossen haben uns ausschließlich mit den Trüffeln zu befassen, waren meine Eltern besorgt und von diesem Entschluss nicht überzeugt. Sie sagten uns immer wieder, dass dies keine Beschäftigung mit einem sicheren Verdienst sei, dass man zu sehr von der Natur und ihren eventuellen Launen abhängig wäre und dass wir unter Umständen in manchem Jahr nichts zu jagen haben würden.“, setzt Radmila fort.

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