Foto: Milica Czerny Urban

TENA ŠTIVIČIĆ

DER TRIUMPH DER KROATISCHEN SCHRIFTSTELLERIN IN JAPAN

Eine japanische Regisseurin hat mein Schauspiel in einem Buchladen von New York entdeckt und es auf die Bühne in Tokio gebracht.

Tena Štivičić gehört zu den meistgespielten kroatischen Dramatikerinnen. Sie hat ihre Stücke auf Bühnen in ganz Europa, in Kanada, in der Türkei, in Japan gesehen… Vor kurzer Zeit gewann ihr Drama „Drei Winter“ den Preis für die beste Übersetzung und für die beste Regie im japanischen Theater. Es wurde in einem der ältesten dortigen Theater, dem Shinanomachi Bungakuza Theater in Tokio aufgeführt.

Bekannt als engagierte Arbeitssüchtige, lebte Tena Štivičić mehr als fünfzehn Jahre in London. Sie ist vor kurzem zusammen mit ihrem Ehemann, dem schottischen Schauspieler Douglas Henshall, nach Glasgow umgezogen. Sie beschloss, dass London keine Stadt war, in der ihre dreijährige Tochter aufwachsen sollte, und sie wollte, dass ihr Kind, zumindest in Glasgow, Kroatisch so gut wie Englisch spricht.

Derzeit schreibt sie ein Drehbuch für den Film „Mama, Papa und ich“, der in Kroatien gedreht werden soll, und arbeitet an einem Drama, das vom London Arcola Theatre in Auftrag gegeben wurde. Die Geschichte, die sie für die Londoner Bühne schreibt, spielt sich in der Welt des Balletts ab. Štivičić behandelt das Thema des Sturzes eines einst mächtigen Choreographen.

Es ist nicht lange her, dass ihr Drama „Drei Winter“ in Schweden und Japan uraufgeführt wurde. Wie ist Ihr Drama überhaupt nach Japan gelangen?

Ich war selbst sehr überrascht, dass „Drei Winter“ in Japan aufgeführt wurde. Vor allem, weil diese Aufführung auf eine ganz wunderschöne Art und Weise zustande kam. Vor einigen Jahren stieß die japanische Regisseurin Yuko Matsumoto in dem berühmten, auf dramatische Literatur spezialisierten New Yorker Buchladen Samuel French, auf die englische Ausgabe meines Dramas. Yuko wusste gar nichts über mich oder über dieses Drama. Sie las ein paar Sätze auf dem Buchumschlag und kaufte das Buch. Als sie nachher den ganzen Text las, beschloss sie darum zu kämpfen, „Drei Winter“ auf die Bühne des Theaters, in dem sie arbeitet, zu bringen. Dies kommt wirklich selten vor, da es sich um eine zufällige und aufrichtige Verschmelzung der drei Welten handelt. Sie, aus Japan, findet in einer Buchhandlung in New York ein Drama über Zagreb und erkennt darin etwas, das sie inspiriert, erregt und provoziert.

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