Photo: Davor Žunić

DAMIR SABOL

Erfinder der populÄresten Kroatischen Applikation Photomath

Damir Sabol, der Gründer und Eigentümer des Unternehmens Photomath, kam an diesem Morgen so früh zum Interview für die ACI Zeitschrift in sein Büro im 14. Stockwerk des Zagreber Wolkenkratzers, dass die Arbeitstische fast aller Mitarbeiter noch unberührt und die Computer noch ausgeschaltet waren. Im Großraumbüro des Unternehmens Photomath arbeiten über fünfzig Personen, überwiegend Mathematikprofessoren und Ingenieure und ein kleinerer Teil, ca. zwanzig, sind begabte Studenten, die unmittelbar vor dem Abschluss des Studiums stehen. Außer in Zagreb, arbeitet ein Teil seines Teams in Amerika, in Kalifornien.

Damir Sabol, der Erfinder von Photomath, der kroatischen, weltweit populären und bekannten Applikation mit Lösungen mathematischer Probleme, blätterte an diesem Morgen in verschiedenen Mathematiklehrbüchern und nicht in einer Tageszeitung. Es waren kroatische, amerikanische und andere Lehrbücher, welche zur Weiterentwicklung von Photomath dienen. „In den amerikanischen Lehrbüchern“, die er uns zeigt, „gibt es viel mehr Erklärungen und Erläuterungen und weit mehr Beispiele, im Vergleich zu den kroatischen Lehrbüchern. Wir arbeiten mit Hilfe dieser Lehrbücher und ihrer Inhalte. Im Unterschied zu den amerikanischen, überlassen die kroatischen Lehrbücher viel mehr Arbeit den Lehrkräften. Sie beinhalten zu wenige Beispiele und zu wenige Erklärungen, womit es an den Lehrern liegt, wie sie und ob sie es schaffen, alles durchzumachen was von den Schülern verlangt wird. Gerade deswegen hat Photomath manchen Schülern wesentlich mehr geholfen als ihre Lehrer“ sagt Sabol.

Im Herbst 2018 erreichte Photomath die magische Zahl von 100 Millionen Nutzern, davon sind 50 % Mittelschüler, 20 % Volksschüler und ca. 20 % sind Studenten, die den Mittelschullehrstoff in Mathematik nicht bewältigt haben. Die meisten Nutzer leben in den USA, in Russland, in Westeuropa, Brasilien, Indonesien… Die amerikanischen Venture Capital Fonds Goodwater Capital und Learn Capital, beide auf Investitionen in die Technologie ausgerichtet, investieren sechs Millionen Euro in Photomath. Sabol ist zufrieden und auch künftig auf die Weiterentwicklung der Applikation fokussiert.

Er macht aber trotzdem nicht den Eindruck, dass für ihn der Profit im Vordergrund steht. Er spricht vielmehr über die möglichen Folgen der Applikation im Bereich der Gesellschaft und im Bildungsbereich, denn die Applikation wird von Kindern weltweit angewendet. Die Applikation Photomath erkennt über die Handykamera die mathematische Aufgabe und liefert die Erklärung, den Rechengang und die Lösung.

Wie ist Photomath entstanden, woher hatten Sie die Idee?

Die Idee ist eigentlich aus meiner Faulheit hervorgegangen. Im Hintergrund steht Microblink, ein Unternehmer bei dem ich der Mehrheitseigentümer bin. Diese Firma entwickelt eine Technologie, welche einen Text mit Hilfe der Handykamera lesen kann. Im Mikroblink haben wir die so genannte „fotografiere und zahle“ Technologie entwickelt, eine Technologie, die für das Bezahlen von Rechnungen genutzt wird.

Eines Abends habe ich die Hausaufgabe meines damals elfjährigen Sohnes korrigiert. Es gab viel zu addieren und zu subtrahieren; ich war entsetzlich müde, hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir und hatte wirklich keine Lust mathematische Lösungen zu überprüfen. Derart frustriert überlegte ich, ob es nicht eine bessere Art gäbe, diese Überprüfungen schneller zu machen. Dann ist mir eingefallen, dass wir unsere Technologie zum Textlesen mit von uns programmierten Algorithmen für Mathematik verbinden könnten und durch diese Kombination eine Software bekämen, welche Mathematische Aufgaben lösen würde. Dabei müsste man die Rechenaufgaben nicht einmal händisch abschreiben.

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